Das Effa

Das „effa“


Schon von 1922 bis zum 07.10.1944 gab es ein Evangelisches Jugendheim in Kleve, damals noch in der Kolpingstraße 4. Auf alten Zeichnungen kann man den Saal und das „Nest“ erkennen.

In den Nachkriegsjahren wurde zunächst ein Raum in einem Notbau für die Jugend genutzt, der sich auf Dauer als unzureichend erwies. So wurde im September 1960 der Grundstein gelegt für ein Jugendheim an der Feldmannstege, das mit dem 11.11.1961 seine Einweihung erfuhr. Aus der Urkunde zur Grundsteinlegung entnehmen wir: Hier sollen unsere Jungen und Mädchen sich zu froher und ernster Gemeinschaft auch mit den Älteren- zusammenfinden, hier sollen sie vor allem Christus als den Herrn ihres ganzen Lebens kennen und lieben lernen.

Mehr als fünf Jahrzehnte geschieht in diesem „Jugendheim“ nun Kinder- und Jugendarbeit, unterschiedliche Zeiten haben ganz unterschiedliche Prägungen mit sich gebracht: Mal politisches Engagement, mal Teestube, mal Disco-Phasen … mal Fotolabor, mal Web- oder Töpferarbeiten, mal Bootsbau, mal Pfadfinderarbeit. Ein großer Teil der Arbeit wurde in jüngeren Jahren auf das Wasser verlagert, meist verknüpft mit dem eigen aufgebauten Segelschiff EXODUS; die Kanu- und Segelcamps waren legendär wie die Törns auf Nord- und Ostsee, Ijsselmeer usw.

Seit 2014 wird der Standort in der Feldmannstege wieder stärker in den Blick genommen: Kinder und Jugendliche sollen das Jugendzentrum regelmäßig nutzen, gestalten und unterschiedliche Angebote wahrnehmen können. Vieles geschieht in Kooperation mit der Stadt Kleve und den weiteren Anbietern offener Kinder- und Jugendarbeit. So gibt es neben dem Mädchen- und Jungentag, meist drei Tage in der Woche und auch manch einen Sonntag, an dem „Offene Tür“ auf dem Programm steht. Ergänzt wird das Angebot durch Ausflüge und Ferienmaßnahmen, Volleyballgruppe, Mitarbeiterschulungen (Juleica) und Kooperationen mit Schulen. Eine zuverlässige, engagierte und fröhliche Zahl von ehrenamtlich Mitarbeitenden hat sich gefunden und prägt nun das neue „effa“. Die Wassersportabteilung mit Segelgruppe, Schulungen und Segeltörns wird ehrenamtlich gestaltet und durch einen Schiffsrat getragen.

Über der Arbeit steht das: Leitbild der Evangelischen Kirchengemeinde Kleve
Gott spricht: „Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein!“ (Genesis – Bereschit – 1. Mose 12, 2). Die Evangelische Kirchengemeinde Kleve will Spiegel der Menschen-freundlichkeit und Liebe Gottes sein. Sie will, dass Menschen aus Glauben heraus zuversichtlich leben können. Sie versteht sich als Gemeinschaft von Menschen, die miteinander leben und voneinander lernen. Deshalb tritt sie ein für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung.

In der Konzeption zum Kinder- und Jugendzentrum „effa“ lesen wir:

Die Kinder- und Jugendarbeit des Jugendzentrums „effa“ folgt dem Leitbild der Evangelischen Kirchengemeinde Kleve als eine sinnstiftende Antwort auf die Lebenssituation und Lebenswelt junger Menschen. Sie geschieht sozialräumlich orientiert, professionell begleitet, langfristig konzipiert und in gemeinsamer Verantwortung der entsprechenden Gremien der Evangelischen Kirchengemeinde Kleve und des öffentlichen Trägers der Jugendhilfe (Stadt Kleve).

Die Arbeit ist ein Zeugnis des Evangeliums. Dies wird sichtbar in einer einladenden Kirche,
im Respekt vor der Würde jedes Menschen und in der Übereinstimmung von Glauben, Leben, Reden und Handeln.

So sind im „effa“ Kinder und Jugendliche der Region Kleve willkommen. Die Programme an der Versöhnungskirche
bieten für fast alle etwas; die Teilnahme ist nicht an besondere Voraussetzungen gebunden –
wie zum Beispiel Schulbildung oder Religionszugehörigkeit.

Übrigens: Immer wieder wird gefragt, wo der Begriff „effa“ herkommt und welche Bedeutung ihm innewohnt.
Eine Antwort lautet: „effa“ ist die sprachliche Zuordnung zu dem Jugendzentrum an der Versöhnungskirche,
vielleicht im Kontrast zu den „Kathos“ in den umgebenden Gemeinden. Rechtschreibmäßig passt es nicht so ganz;
und auch an anderen Orten findet sich der Begriff „effa“ in kirchlichen Zusammenhängen.

(Gerne sind wir geneigt auch andere oder ergänzende Erklärungen aufzunehmen.)